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CfP: Filmische Sci-Fi-Cities als Dispositive urbaner Zukünfte. Potsdam, 22.-24.02.2018

 

Deadline 31.07.2017

 

 

 

Empirische Methoden geraten bei dem Versuch, zuverlässige Prognosen über die architektonische, soziale und ökologische Entwicklung von Ballungsraumen anzustellen, angesichts der Komplexität jener dynamischen Systeme regelmäßig an ihre erkenntnistheoretischen Grenzen. Entwickeln Stadtplaner_innen ausgehend von spezifischem Wissen über die Gegenwart möglichst nachprüfbare Teil-Szenarien zur Entwicklung von Städten in der Zukunft, enthalten Science-Fiction-Filme explizit ausformulierte Darstellungen von zukünftigen Urbanitäten, welche sich als fiktionale Extrapolationen auf eine angenommene verallgemeinerbare Beschaffenheit der Gegenwart beziehen. So verstörend diese Ausblicke auf städtische Zukunftswelten in ihrer implizit wie explizit formulierten Bezugnahme auf die Welt von heute zum Teil auch sein mögen: Eben weil sie keinen Anspruch auf akademische Methodik und Nachprüfbarkeit erheben, erlauben die vielfaltigen imaginierten Sci-Fi-Cities, in ihnen nach Zeichen und Gegenanzeichen zu suchen, welche sich für die Ausgestaltung einer lebenswerten Zukunft der Stadt nutzbar machen lassen.

 

Im Rahmen eines interdisziplinaren Workshops sollen Herausforderungen des zukünftigen urbanen (Zusammen-)Lebens im Kontext von Science-Fiction-Filmen zusammengetragen und diskutiert werden. Zentrale Fragestellungen waren hier, welche Anregungen und Impulse die Sci-Fi-Visionen hinsichtlich zukünftiger Stadtplanungen offerieren. Welches Zukunftswissen enthalten Science-Fiction-Filme in Bezug auf das Leben in Städten? Wie ließe sich das ästhetische Reservoir an Zeichen, Verfahren und Topoi für die anwendungsorientierte Stadt- und Landschaftsplanung nutzbar machen? Lasst sich durch die Auffächerung der kalkulierten Zukunftsszenarien in eine Vielzahl möglicher Zukünfte die Planung flexibilisieren und damit treffsicherer gestalten? Szenarien möglicher städtischer Zukünfte sollen dabei ausgehend von folgenden Themenfeldern beleuchtet, ausgewertet und Disziplin übergreifend entworfen werden:

  • Die gebaute Stadt (Architektur und Stadtplanung, z.B. in Bezug auf Wohnen, Mobilität und Sicherheit)
  • Die ökologische Stadt (öffentlicher Verkehr, Recycling, Urban Gardening, Luftverschmutzung)
  • Die ökonomische Stadt (steigende Leistungsanforderungen, Selbstoptimierung, Arbeitslosigkeit, Marktkonzentrationen, Zukunft der Arbeit)
  • Die politische Stadt (Urbanisierung, Sub- und De-Urbanisierung, Gentrifizierung, sozialer Wohnraum, neuartige demokratische Verfahren
  • Die exterritoriale Stadt (Besiedlung neuer Lebensraume, etwa auf dem Meeresgrund, im Orbit oder auf anderen Planeten)
  • Die soziale Stadt (demografische Entwicklung, Flucht und Migration, Bildung und Erziehung, ungleiche medizinische Versorgung),
  • Das Individuum in der Stadt (Vereinsamung, Automatisierung und Anonymisierung zentraler Lebensbereiche, künstliche Intelligenz, technische Körper-Erweiterungen)

 

Interessenten_innen sind herzlich eingeladen, bis zum 31. Juli 2017 ein Exposé, das nicht auf die oben genannten Themen und Beispiele beschränkt sein muss, im Umfang von max. 500 Wörtern an die Organisator_innen der Tagung Dr. Anke Steinborn () und Denis Newiak () vom Lehrstuhl für Angewandte Medienwissenschaften an der BTU Cottbus-Senftenberg zu schicken. Interdisziplinar ausgerichtete Einreichungen sowie Beitrage aus anderen Fachdisziplinen sind ausdrücklich erwünscht.

 

Dem Workshop-Charakter der Veranstaltung entsprechend sind für die Beiträge jeweils 20 Minuten Vortragszeit (einschließlich explizit gewünschter beispielhafter Ausschnitte aus Filmwerken) und 20 Minuten für die Diskussion vorgesehen. An den Workshop anschließend ist die Publikation die Beiträge in einem Sammelband geplant. Die Durchführung des Workshops wird vom Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM) finanziell

 

ermöglicht.

 

Für Ruckfragen steht Ihnen das Organisationsteam gern unter den o.g. E-Mail-Adressen zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!