Copyright 2017 - Gesellschaft für Fantastikforschung

Deadline: 15.12.2017

 

Dinosaurier sind fester Bestandteil des phantastischen Films. Seit David Wark Griffiths Brute Force von 1914 begleiten sie uns durch die Filmgeschichte und prägen unser kollektives Bild der Wesen sowohl optisch als auch behavioristisch. Die seit 65 Millionen Jahren ausgestorbenen Tiere dienen dem Menschen als Projektionsfläche für Zeitgeist, menschliche Ängste, Nöte, Forscherdrang und Entdeckergeist. Dennoch wurde ihre kinematographische Erscheinung, einhergehend mit der jeweiligen Funktion im narrativen Kontext sowie der cineastischen Historie, bisher kaum in einen Diskurs der Filmwissenschaft, der Paläontologie und der Phantastikforschung eingebracht.

 

Der Sammelband Dinosaurier in Film und Serie möchte sich durch interdisziplinäre Aufsätze mit genannten Aspekten, sowohl im Erzählfilm als auch im seriellen Bereich (Prime Evil, Terra Nova, Dinotopia, Dino Dan etc.), beschäftigen. Ob als ruchlose Schreckensechsen in B-Horrorfilmen, sensible anthropomorphe Wesen, wie in In einem Land vor unserer Zeit oder Arlo und Spot, als satirische Figuren, wie in Die Dinos oder den Flinstones, als allegorischer Fingerzeig auf die Gentechnik in Jurassic Park, als unterhaltsamer Sidekick oder Protagonist in Kinderfilmen und -serien, wie Barney der Dinosaurier, Extreme Dinosaurs, oder dem Dino-Zug – der Einsatz von Dinosauriern im Film könnte heterogener kaum sein. Dabei existieren stets verschiedene Wege, Dinosaurier und Menschen in eine Zeitlinie zu versetzten; z.B. durch Zeitreisen, Paralleldimensionen und -welten, isolierte Territorien (Inseln, Plateaus), Gentechnik oder Paralleluniversen. Meist besteht das Interesse der Menschen primär darin,  Dinosaurier für Experimente, Eigennutz oder Unterhaltungszwecke zu missbrauchen (Jurassic Park – The Lost World, Baby: Secret of the Lost Legend).

Darüber hinaus scheint auffällig, dass die Darstellung der Dinosaurier immer wieder einen markanten Wendepunkt in der Geschichte visueller Effekte markiert: Ob in der Zeichentricktechnik (Gertie the Dinosaur, 1914), der Stop Motion-Technik (The Lost World, 1925, When Dinosaurs Ruled the Earth, 1970), der Animationstechnik (Dinosaurs, 2000) oder hinsichtlich CGI-Animationen und Animatronic-Entwicklungen, etwa in der Jurassic Park-Reihe.

Nachfolgende Themen sind denkbar, andere Schwerpunktsetzungen aber ebenfalls willkommen:

         Dinosaurier im Kinderfilm

         Dinosaurierfilme aus psychoanalytischer Perspektive

         Dinosaurier in B-Movies (Trashfilm, Horrorfilme)

         Dinosaurier im Verlauf der Filmgeschichte

         Dinosaurierfilme und Utopien

         Dinosaurierfilme und Philosophie/Religion

         Dinosaurierfilme als Projektionsfläche für Tierethik

         Dinosaurier in Serien

         Dinosaurier im Zeichentrick und Anime

         Dinosaurier und Filmtechnik/visuelle Effekte

         Anthropomorphismus und Dinosaurier

         Monstrosität und Dinosaurier

         Die rezeptive Dimension von Dinosaurierfilmen

         Paläontologische Evaluation auf dargestellte Dinosauriertypen

         Wie werden Dinosaurier und Mensch in eine Zeitlinie versetzt?

         Funktionen von Dinosauriern im Film: Balance zwischen Sympathie und Antipathie

 

Ein Abstract mit ca. 500 Wörtern und eine Kurzbiographie werden bis zum 15.12.2017 erbeten. Eine Rückmeldung hinsichtlich einer Aufnahme in den Band erfolgt möglichst bald darauf. Die Artikel selbst sollen bis zum 15.04.2018 fertiggestellt werden.

 

Rückfragen und Abstracts bitte an:

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