Copyright 2019 - Gesellschaft für Fantastikforschung

Deadline: 15. Januar 2020

 

11. Jahrestagung der Gesellschaft für Fantastikforschung (GFF)

in Kooperation mit der German Popular Culture Studies Association (GPCA)

10.-12. September 2020, Universität Augsburg, Deutschland

 

Autor Ian McEwan’s kürzliche Behauptung, dass Science Fiction nicht politisch genug wäre, ist nicht nur elitär, sondern könnte auch nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Schließlich ist die Fantastik, egal ob es sich um Science Fiction, Fantasy, Gothic oder Horror handelt, seit jeher politisch gewesen, da sie es uns ermöglicht, Alternativen zu unserer Realität zu entwerfen.

Egal ob es die dystopischen Warnungen von Werken wie George Orwell’s 1984 oder Margaret Atwood’s Handmaid’s Tale und deren Adaptation in die gleichnamigen TV-Serie sind, die Resonanz in Zeiten von #metoo und Trump finden. Alternate histories wie Man in the High Castle halten ihr Publikum ebenso in Atem, wie Harry Potter’s Allegorien auf den Faschismus, die besonders für jüngere Generationen als Inspiration für politischen Protest gegen rechtsradikale Stimmen dienen. Star Trek’s humanistische Utopie erfreut sich auch nach über 50 Jahren noch an Beliebtheit, und die (noch) neueste Serie des Franchises, Star Trek: Discovery ist in vielerlei Hinsicht ihre bisher politischste. Besonders dann, wenn man die kontroverse Stimmen, die sich gegen ihren Anspruch nach Inklusion stellen, bedenkt, die einenTeil des Fandoms zu Tage bringen, die die Fantastik als reinen Eskapismus frei von jeder politischen Ideologie abtun wollen.

Fantastische Werke wurde auch direkt für Propaganda genutzt: sei es politische (wie Ayn Rand’s Atlas Shrugged), oder religiöse (man denke an Scientology-Gründer L. Ron Hubbard oder Tim LaHaye’s Left Behind Serie). Jurassic Park warnte vor den Gefahren der Wissenschaft in Zeiten des Kapitalismus, Tolkien’s Werke sind nicht nur ökokritisch, sondern auch anti-faschistisch, und Doctor Who bekämpft nicht nur die Daleks (eine klare Nazi- Allegorie), sondern hat kürzlich auch Rosa Parks besucht. Climate Fiction, ein Genre das ursprünglich von Autoren der klassischen Science Fiction vorangetrieben wurde, hat außerdem bewiesen, dass populärkulturelle Werke ökopolitisches Engagement nicht nur abbilden, sondern auch aktiv befeuern können.

Wir laden Beiträge zu allen Formen und Genres der Fantastik und deren Auseinandersetzung mit dem Politischen ein, egal ob Sie sich mit Literatur, Film, Fernsehen, oder immersiven Medien wie Videospielen oder Themenparks beschäftigen.

Generell kann jedes Paper zur Fantastik eingereicht werden (open track), wir begrüßen aber besonders die Diskussion von Themen wie:

      politische Ideologie in Werken der Fantastik und deren Fan-Erzeugnissen

      die Relevanz von fantastischen Werken für Widerstandsbewegungen

      Utopien, Dystopien und andere Zukunftsvisionen

      Darstellung/Repräsentation von Minderheiten in der Fantastik und deren politische Implikationen

      Debatten zum Politischen in der Fantastik, auch transnationale Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Bitte schicken Sie Exposés (300 Wörter) (auf deutsch oder englisch) sowie

Kurzbiographien (150 Wörter) bis zum 15. Januar 2020 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die GFF stellt zwei Reisestipendien in Höhe von jeweils 250 Euro an Doktoranden oder Studierende zur Verfügung. Bitte vermerken Sie bei Ihrer Bewerbung, ob Sie dafür in Betracht gezogen werden wollen.

Eine Konferenzhomepage mit detaillierten Informationen folgt in den kommenden Monaten; folgen Sie uns auf Twitter unter @GFF_11th.